Einäscherung im Krematorium

Bei der Einäscherung im Krematorium wird der Körper der verstorbenen Person zu Asche verbrannt.

Voraussetzungen

In Deutschland müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein, damit eine verstorbene Person im Krematorium eingeäschert werden kann.

  • Das Krematorium benötigt eine Willenserklärung der verstorbenen Person oder einer Person, bestattungspflichtig ist.
  • Das für den Todesfall zuständige Standesamt muss eine Bestattungsgenehmigung ausstellen.
  • Die Freigabe eines unabhängigen Arztes, der die zweite Leichenschau durchführt.

Ablauf einer Einäscherung im Krematorium

Die verstorbene Person wird im Sarg vom Bestatter zum Krematorium gefahren.

Abschiednahme

Üblicherweise findet die Abschiednahme, oder auch Aufbahrung genannt, in den Räumlichkeiten des Bestattungshauses statt. Alternativ kann man die Abschiednahme auch im Krematorium abhalten. Einige Krematorien besitzen Räumlichkeiten, in denen der Sarg noch vor der Verbrennung aufgebahrt werden kann, um Abschied von der verstorbenen Person nehmen zu können.

Zweite Leichenschau

Die zweite Leichenschau ist gesetzlich vorgeschrieben und wird von einem unabhängigen Arzt durchgeführt. Üblicherweise finet sie relativ zeitnah nach der Einlieferung des Sarges statt. Während der zweiten Leichenschau wird die verstorbene Person vollständig entkleidet. Erteilt der Arzt seine Freigabe für die Verbrenunng, erfolgt diese direkt im Anschluss oder in den Tagen darauf.

Verbrennung

Bei der Einäscherung in einem deutschen Krematorium ist ein Sarg gesetzlich vorgeschrieben. Um sicherzustellen, dass es zu keiner Verwechslung kommt, wird jedem Sarg vor der Verbrennung ein Schamottstein mit einer eingeprägten Nummer und dem Namen des Krematoriums beigelegt. Der Sarg entflammt von selbst, sobald er in die 900°C heiße Kammer eingefahren wird.

Nach zwei Stunden bleiben nur noch die mineralischen, nicht brennbaren Anteile des menschlichen Körpers übrig. Das sind etwa nur noch 5% der gesamten Körpermasse. Der Sarg, wie auch die Kleidung der verstorbenen Person, verbrennen bei den vorliegenden Temperaturen vollständig.

Um zu verhindern, dass siche die Asche verschiedener Körper mischen, sind die Krematorien entsprechend konzipiert. Nachdem ein Brennvorgang vollständig abgeschlossen ist, fallen alle, nicht verbrannten Teile, in eine von der Brennkammer abgetrennte zweite Kammer. Unter den nicht verbrannten Teile befindet sich auch der Schamottstein. Erst danach darf der nächste Sarg in die Brennkammer eingefahren werden.

Nach einer Abkühlphase werden die mineralischen Anteile des Körpers von den Metallischen (künstliche Hüftgelenke oder Nägel) getrennt und anschließend in einer speziellen Mühle gemahlen. Edelmetalle (Schmuck oder Zahngold) werden vor dem Mahlvorgang entfernt, aber dann direkt wieder mit der Asche vereint. Jetzt hat man etwa 2 bis 5 kg Asche in einer Aschekapsel. Zuletzt wird noch der Schamottstein beigelegt und die Aschekapsel geschlossen und verplombt. Auf dem Deckel stehen die Daten der verstorbenen Person. Hierdurch wird sichergestellt, dass die Asche nicht vermischt, geteilt oder vertauscht werden kann.

In der Aschekapsel werden nun die letzten sterblichen Überreste der verstorbenen Person sicher und eindeutig identifizierbar im Krematorium verwahrt, bis sie dann an den Ort der Beisetzung gebracht werden. Bei größeren Entfernungen wird die Aschekapsel mit einem speziellen Urnenversand verschickt. Es ist in den meisten Bundesländern nicht gestattet, den Angehörigen die Aschekapsel für den Transport auszuhändigen.

Trauerfeier an der Urne

Für die Trauerfeier und die Beisetzung wird die Aschekapsel meist in eine individuelle Schmuckurne gestellt. Das hat ästhetische und praktische Vorteile, ist aber nicht notwendig oder vorgeschrieben.

Kosten einer Einäscherung im Krematorium

Die Kosten sind von Krematorium zu Krematorium unterschiedlich. Zusätzlich kommen noch regionale Preisunterschiede hinzu. Die Preisspanne beläuft sich auf 250 bis 550 Euro.