Feuerbestattung - Beisetzung in einer Urne

Die Feuerbestattung, oder auch Urnenbeisetzung, ist die am meisten verbreitete Bestattungsart in Deutschland.

Kurzfassung

  • Einäscherung/Kremation
    Für die Beisetzung in einer Urne ist die Einäscherung eine zwingende Voraussetzung.
  • Zeitliche und örtliche Freiheit
    Im Gegensatz zur Erdbestattung, muss man nicht innerhalb weniger Tage beisetzen. Zudem sind Aschekapseln einfacher zu transportieren, zum Beispiel ins Ausland.
  • Friedhofspflicht
    Urnen dürfen in Deutschland nur an ausgeschriebenen Flächen beigesetzt werden. Dazu gehören Friedhöfe, Seegebiete und Begräbniswälder.

Vorwort

Der Feuerbestattung geht die Einäscherung der verstorbenen Person voraus. Die anschließende Beisetzung in einer Urne findet auf einem Friedhof statt.

Urnenbeisetzungen auf der See werden als Seebestattungen und Urnenbeisetzungen in einem Begräbniswald werden als Baumbestattungen bezeichnet.

Ablauf einer Feuerbestattung

Bei der Beisetzung auf einem Friedhof hat man die Wahl zwischen einer sogenannten stillen Beisetzung oder einer Trauerfeier auf dem Friedhof.

Stille Beisetzung

Eine stille Beisetzung empfiehlt sich dann, wenn nur sehr wenige Trauergäste bei einer Trauerfeier anwesend wären oder bereits eine Trauerfeier woanders stattgefunden hat.

Bei einer stillen Beisetzung trifft man sich meist vor der Kapelle mit einem Mitarbeiter des Friedhofs. Die Urne ist in der Kapelle ausgestellt. Hier hat man noch einmal die Möglichkeit, in Ruhe Abschied von der verstorbenen Person zu nehmen. Die Dauer beträgt bis zu 15 Minuten und ist von Friedhof zu Friedhof unterschiedlich.

Von der Kapelle geht es dann gemeinsam zur Grabstelle. Dort kann jemand noch ein paar kurze Sätze sagen, ein Gedicht vorlesen oder ein “Vater Unser” rezitieren. Oft wird aber auch auf Worte verzichtet. Der Friedhofsmitarbeiter senkt im Anschluss die Urne in das Grab.

Danach können alle Anwesenden Sand, Erde oder Blumen nachwerfen. Wer am selben Tag etwas pflanzen möchte oder die Blumen auf der Grabstelle selbst anordnen will, kann den Mitarbeiter des Friedhofs fragen, wie lange es dauern wird, bis das Grab verschlossen ist. Bei Urnengräbern ist es oft möglich, das Grab selbst zu verschließen. Das sollte Sie jedoch vorher mit dem Friedhof absprechen.

Trauerfeier mit Urne

Eine Trauerfeier mit Urne findet meist in der Friedhofskapelle statt und kann entweder frei gestaltet werden oder von einem Pfarrer oder Trauerredner durchgeführt werden.

Die Aschekapsel aus dem Krematorium ist meist schon einige Tage vorher auf dem Friedhof und wird vor der Trauerfeier in die gewünschte Schmuckurne gestellt. Auf Wunsch ist es möglich, einen Brief oder ein Bild in die Schmuckurne zu legen. Dies sollte vorher mit dem Bestatter abgesprochen werden. Die Schmuckurne kann auf Wunsch mit einem Urnenkranz am Fuße der Urne oder einem Gesteck auf dem Deckel der Urne geschmückt werden.

Für die Urnenfeier in der Friedhofskapelle hat man meist eine knappe halbe Stunde Zeit. Wer mehr Zeit benötigt, kann eine “Doppelfeier” buchen und hat dann etwa eine Stunde Zeit. Nach der Trauerfeier bringt ein Mitarbeiter des Friedhofs die Urne zur Grabstelle. Die Trauergäste folgen in einer Prozession. Dort angekommen senkt die Friedhofsmitarbeiter die Urne. Jetzt gibt es noch einmal einen Moment, in dem ein Pfarrer oder Redner ein Gebet oder Gedicht sprechen kann. Im Anschluss haben die Trauergäste, meist beginnend mit den nächsten Angehörigen, die Möglichkeit Sand, Erde oder Blumen nachzuwerfen.

Wer am selben Tag etwas pflanzen möchte oder die Blumen auf der Grabstelle selbst anordnen will, kann den Mitarbeiter des Friedhofs fragen, wie lange es dauern wird, bis das Grab verschlossen ist. Bei Urnengräbern ist es oft möglich, das Grab selbst zu verschließen. Das sollte Sie jedoch vorher mit dem Friedhof absprechen.

Grabarten

Auf Friedhöfen gibt es grundsätzlich zwei verschiedene Arten von Grabstellen - verlängerbare (Wahlgrab) und nicht verlängerbare (Reihengrab). Für alle Gräber gilt eine Mindestruhedauer von 15 bzw. 20 Jahren, abhängig von Friedhof und Bundesland. Nach Ablauf dieser Zeit können Reihengräber vom Friedhof wieder neu belegt oder eingeebnet werden. Hat man ein Wahlgrab verlängert, kann man selbst entscheiden, ob und wer dort in der Zukunft beigesetzt wird.

Reihengrab

Reihengräber werden der Reihe nach vergeben. Es gibt Reihengräber, die man selbst gestalten kann. Aber auch vom Friedhof gestaltete oder nur mit Rasen bedeckte Reihengräber werden angeboten. Weiterhin gibt es noch zwei besondere Formen des Reihengrabes zur Beisetzung von Urnen:

  • Urnengemeinschaftsanlagen sind ausgewiesene Flächen auf denen meist 20 bis 50 Urnen dicht nebeneinander beigesetzt werden. Meist sind sie mit einer Rasenfläche oder Bodendeckern gestaltet. Es gibt anonyme Urnengemeinschaftsanlagen und Urnengemeinschaftsanlagen mit Namenstafel, auf der die verstorbenen Personen mit Geburts- und Sterbedaten genannt werden. Oft existiert eine Stelle an der Blumen abgelegt werden können.
  • Die “Grüne Wiese” ist eine größere Rasenfläche auf der anonyme Beisetzungen stattfinden und die Angehörigen nur eine grobe Orientierung haben, wo die verstorbene Person beigesetzt wurde. Auch hier gibt es oft eine Stelle, an der Blumen abgelegt werden können.

Wahlgrab

Bei einem Wahlgrab entscheidet man selbst über die Lage des Grabes. Sie können sich also für die Grabstelle entscheiden, die Ihnen am besten gefällt. Von einem Familien- oder Gemeinschaftsgrab ist dann die Rede, wenn Sie sich für zwei oder mehrere Grabstellen nebeneinander entscheiden. Auch bei einem Wahlgrab ist Pflege ein wichtiger Entscheidungsfaktor. Man kann die Pflege selbst übernehmen oder eine Gärtnerei damit beauftragen. Als Alternative bieten Friedhöfe pflegefreie Wahlgrabstellen an. Das können je nach Friedhof naturnahe Grabstellen sein, wo die Natur die Begrünung selbst übernimmt, oder Grabstellen, die vom Friedhof gepflegt werden.

  • Konzeptstellen: Viele Friedhöfe sind dem Wunsch nach schönen, pflegefreien Stellen nachgekommen, in dem sie Gärtner und Landschaftsarchitekten damit beauftragt haben, neue Konzepte zu entwickeln. Von Steinen konzentrisch um einen freistehenden Baum bis hin zu kleinen verschlungenen Gärten, gibt es verschiedene Angebote für verlängerbare Wahlgräber, die nicht selbst gestaltet werden müssen.
  • Naturnahe Stellen: Auch von der Natur gepflegte Grabstellen werden vermehrt von Friedhöfen angeboten. Das können zum Beispiel Grabstellen unter einem Baum sein. Wir empfehlen Ihnen sich auf dem Friedhof umzuschauen und dann beim Friedhof zu fragen, ob eine Stelle als naturnahe Grabstelle genutzt werden kann.
  • Kolumbarium/Urnennische/Urnenstele: Hierbei handelt es sich um Räume, Mauern oder Säulen, in denen Urnen 15 bis 20 Jahre stehen. Die Fächer, in denen die Urnen stehen, sind mit einer Steinplatte verschlossen. Auf der Steinplatte sind Name sowie Geburts- und Sterbedaten vermerkt. Nach Ablauf der Nutzungszeit wird die Asche auf dem Friedhof beigesetzt.
  • Sarg-Wahlgrabstätte: Oftmals können auch eine oder zwei Urnen in eine bestehende Sarggrabstelle beigesetzt werden, wenn es sich bei der Grabstelle um eine Wahlgrabstätte handelt.

Kosten einer Feuerbestattung

Die Kosten für eine Feuerbestattung können regional sehr unterschiedlich sein und setzen sich wie folgt zusammen:

  • Bestatterleistungen
  • Schlichter Sarg
  • Trauerfeier (optional)
  • Grabstelle auf einem Friedhof
  • Grabpflege (optional)
  • Grabstein (optional)

Die Gesamtkosten einer Feuerbestattung sind häufig geringer als bei einer Erdbestattung. Das liegt unter anderem daran, dass in einigen Regionen die Nutzungsgebühren für Urnengrabstellen, im Vergleich zu Erdgrabstellen, um die Hälfte niedriger sind.

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Vorteile einer Feuerbestattung

  • Eine Einäscherung erlaubt meist eine große zeitliche und örtliche Freiheit bezüglich der Bestattung.
  • Unkomplizierter Transport nach der Einäscherung. Das spielt insbesondere bei Auslandsüberführungen eine große Rolle.
  • Die Trauerfeier kann oft auch im Krematorium stattfinden. Wenn gewünscht, auch mit begleiteter Einfahrt.
  • Geringer gärtnerischer Aufwand, da die Grabstelle kleiner ist.
  • In manchen Regionen ist die Gebühr für eine Urnengrabstelle immer noch deutlich geringer, als die für eine Sarggrabstelle.
  • Die Kosten für die Beisetzung sind geringer, da keine Sargträger benötigt werden.

Nachteile einer Feuerbestattung

  • Der Weg zum nächsten Krematorium kann in manchen Regionen weit sein.
  • Die 2. Leichenschau, für die der Verstorbene komplett entkleidet werden muss.
  • Hoher Energieaufwand und Freisetzung von Giftstoffen während der Verbrennung.
  • Eine Trauerfeier mit Urne kann sehr abstrakt sein, insbesondere für Kinder.

Historie von Feuerbestattungen

Die Feuerbestattung ist noch eine relativ neue Entwicklung in Deutschland und wurde erst durch den technischen Fortschritt in dieser Form möglich. Das erste Krematorium in Deutschland wurde 1878 in Gotha eröffnet. Die weitere Verbreitung fand hauptsächlich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gegen den Widerstand der Kirchen statt, die die Unversehrtheit des toten Körpers für die Auferstehung gefährdet sahen. Die Aufklärung löste den Umgang mit Toten zunehmend von den Vorstellungen der Kirchen. Kommunale Friedhöfe und Leichenhallen sowie private Bestatter übernahmen deren Aufgaben teilweise. In der weiteren Entwicklung wurde die Feuerbestattung in der DDR sogar bewusst gefördert und zu einem gesamtgesellschaftlichen Anliegen entwickelt. Erst 1963 stimmte auch die katholische Kirche der Einäscherung ihrer Mitglieder zu und erlaubte die Beisetzung von Totenasche auf ihren Friedhöfen.

Bei der Anzahl der Feuerbestattungen gibt es bis heute ein regionales Gefälle und einen Unterschied zwischen städtischen und ländlichen Gebieten. Die Mehrheit der Menschen in Deutschland entscheidet sich jedoch für eine Feuerbestattung und gegen eine Erdbestattung.