Baumbestattung - Die letzte Ruhe im Einklang mit der Natur

Die Baumbestattung ist eine in Deutschland relativ neuartige Bestattungsart, die sich inzwischen größter Beliebtheit erfreut. Sie bietet eine insbesondere von Naturfreunden liebgewonnene Alternative zu den traditionellen Bestattungsarten.

Kurzfassung

  • Große Auswahl an Beisetzungsorten
    In Deutschland existieren über 130 Begräbniswälder. Darüber hinaus bieten immer mehr Friedhöfe Baumbestattungen an.
  • Naturbelassenes Grab
    Das Grab soll so natürlich wie möglich sein. Dadurch entfällt die Grabpflege. Ein Grabstein wird nicht benötigt, eine Namenstafel dient als Grabmal.
  • Zahlreiche Grabarten
    Es muss nicht immer ein Baum sein. Auch an Findlingen oder Büschen darf beigesetzt werden.

Vorwort

Der Baumbestattung geht immer eine Einäscherung der verstorbenen Person voraus. Die verbleibende Asche wird mit einem speziellen Urnenversand zum Förster des Begräbniswaldes überführt.

Begräbniswälder

In Deutschland existieren mittlerweile über 130 ausgewiesene Wälder, in den Baumbestattungen angeboten werden. Darüber hinaus bieten mehr und mehr Friedhöfe die Möglichkeit einer Baumbestattung an. Bewegen Sie bitte die Karte, um einen Überblick über alle Begräbniswälder in Deutschland zu erhalten.

Ablauf einer Baumbestattung

Die meisten Begräbniswälder haben einen Andachtsplatz, an den man sich zunächst einmal mit dem Förster trifft. Besteht der Wunsch nach einer Trauerfeier im Wald, so kann die Trauerfeier am Andachtsplatz abgehalten werden. Vom Andachtsplatz geht es gemeinsam mit dem Förster zum Begräbnisbaum. Am Begräbnisbaum angekommen, kann dort auf Wunsch eine Beisetzungszeremonie stattfinden. Über das ob und wie einer Trauerfeier oder einer Beisetzungszeremonie dürfen Sie frei entscheiden.

Nach der Zeremonie wird die Urne vom Förster zwischen den Wurzeln des Begräbnisbaumes beigesetzt. Nun haben alle Anwesenden die Möglichkeit Erde nachzuwerfen. Das Ablegen von Blumen, Kerzen oder anderen Gegenständen ist nicht erlaubt. In Begräbniswälder darf grundsätzlich nur mitgebracht werden, was dort natürlich vorkommt: Wildblumen, Gräser, Steine, Zweige, Blätter, Eicheln, etc.

Findet die Bestattung hingegen auf einem Friedhof statt, ist der Ablauf mit dem einer Urnenbestattung vergleichbar.

Grabarten

Ähnlich wie auf dem Friedhof, gibt es auch in Begräbniswäldern die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Baumgrabstätten zu wählen:

Einzelbaum

Sie können als Ehepaar, Lebenspartner, Familie oder Freundegruppe einen einzelnen Baum mit einer bestimmten Anzahl von Grabstellen erwerben. Dieser steht Ihnen dann bis zu 99 Jahre zur Verfügung.

Gemeinschaftsbaum

Sie können sich auch einen bestimmten Platz unter einem Gemeinschaftsbaum aussuchen, den Sie sich dann mit meist 9 bis 11 anderen, Ihnen unbekannten Menschen, teilen. Diese Grabstelle steht Ihnen dann bis zu 99 Jahre zur Verfügung.

Basisplatz

Ein Basisplatz wird Ihnen vom Förster zugewiesen und steht Ihnen 20 Jahre zur Verfügung. Nach Ablauf dieser Zeit kann dort erneut beigesetzt werden. Unter einem Begräbnisbaum sind meist 10 bis 12 Grabstellen vorgesehen.

Anbieter von Begräbniswäldern

Wir kooperieren mit den beiden führenden Anbietern in Deutschland: FriedWald® und RuheForst®. Diese betreiben deutschlandweit über 130 Begräbniswälder.

FriedWald®

Die FriedWald GmbH ist zentral organisiert und erlaubt die Beisetzung nur in den von ihnen selbst zertifizierten Urnenmodellen. Abgesehen von den normalen Baumgräbern mit einer Liegedauer von bis zu 99 Jahren, bieten sie auch einen deutlich günstigeren Basisplatz mit einer Liegedauer von 20 Jahren an. Dieser Platz wird Ihnen vom Förster zugewiesen. Unter einem Baum sind im FriedWald in der Regel 10 Grabstellen konzipiert.

Weitere Informationen zu FriedWald

RuheForst®

Die Ruheforst GmbH ist dezentral organisiert und bietet Grabstellen nicht nur an Bäumen, sondern auch an Findlingen oder Büschen an, solange sie eindeutig zu orten sind. Im RuheForst dürfen Sie alle Urnen verwenden, die biolgoisch abbaubar sind. Gräber im RuheForst werden als Ruhebiotope bezeichnet. Eine RuheBiotop hat 12 Grabstellen. Die Liegedauer ist bis zu 99 Jahre.

Friedhöfe

Viele Friedhöfe bieten mittlerweile “naturnahe” Grabstätten an. Nicht immer stehen diese auf der Preisliste. Jedoch kann man auf Nachfrage beim zuständigen Friedhofsmitarbeiter vor Ort, oftmals eine Grabstelle finden, die keiner Grabpflege bedarf und rein von der Natur “gepflegt” wird. Manche Friedhöfe nutzen sogar Freiflächen um einen schönen Baum herum, um Urnengräber oder gar etwa Sarggrabstellen anzulegen.

Im Gegensatz zu Begräbniswäldern bieten Friedhöfe einige Vorteile an. Friedhöfe befinden sich oftmals in wohnortnähe und sind gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Des Weiteren sind im Winter die angelegten Weg freigeräumt und auf es befindet sich auf dem Gelände oftmals eine Toilette. Daher raten wir Ihnen sich bei Ihrem örtlichen Friedhof nach Angeboten für Baumbestattungen zu erkundigen.

Kosten einer Baumbestattung

Die Kosten für eine Baumbestattung setzen sich wie folgt zusammen:

  • Bestatterleistungen
  • Schlichter Sarg
  • Einäscherung
  • Biologisch abbaubare Urne
  • Kosten für die Grabstelle im Begräbniswald
  • Trauerfeier im Heimatort des Verstorbenen (optional)

Ein Gemeinschaftsbaumplatz ist in der Regel so teuer wie ein Reihengrab auf einem Friedhof. Einzelbäume sind hingegen wesentlich teurer als Familiengrabstellen auf einem Friedhof. Für Einzelbäume spricht wiederum die lange Liegedauer von bis 99 Jahren und dass für zukünftige Beisetzungen nur noch die Beisetzungsgebühr anfällt und keine Grabkosten.

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Vorteile einer Baumbestattung

  • Vermeidung des Friedhofs, für diejenigen, die keine Friedhöfe mögen.
  • Für Menschen, die eine enge Beziehung zur Natur haben, kann eine Bestattung im Wald ein tröstlicher Gedanke sein.
  • Man ist frei in der Gestaltung der Trauerfeier oder der Beisetzungsrituale.
  • Die Grabpflege entfällt.
  • Man benötigt keinen Grabstein.

Nachteile einer Baumbestattung

  • Begräbniswälder sind häufig mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht gut zu erreichen, was für ältere Menschen und Jugendliche ein Problem sein kann.
  • Die Waldwege werden nicht geräumt, was einen Besuch der Grabstelle mit Kinderwagen oder Rollator meist schwerlich macht.
  • Die Wege zum Begräbniswald können weit sein.
  • Die Einäscherung ist unumgänglich und somit auch die 2. Leichenschau, für die die verstorbene Person komplett entkleidet werden muss.

Historie von Baumbestattungen

Baumbestattungen in ausgewiesenen Begräbniswäldern sind erst seit 2001 möglich. Seitdem haben sich über eine Viertelmillion Menschen für eine Baumbestattung entschieden. Ursprünglich waren Baumbestattungen mit naturreligiösen Vorstellungen verbunden und wurden vor allem von Nomadenvölkern praktiziert. Die Kirchen stehen Baumbestattungen daher distanziert gegenüber, inzwischen sind sie aber von der evangelischen und der katholischen Kirche anerkannt, so dass auch christliche Trauerfeiern in Begräbniswäldern stattfinden können.

Begräbniswälder werden von privaten Unternehmen betrieben. Anders als Kirche und Kommune, die die Friedhöfe betreiben, sind sie keinem sozial-kulturellen Auftrag verpflichtet, sondern agieren privatwirtschaftlich.