Frag' den Bestatter
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Anna-Lena Wienecke
Redakteurin

"Was muss ich bei einer anonymen Bestattung bedenken?"

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Mein Großvater lebt in einem Pflegeheim und äußerte kürzlich, dass er anonym bestattet werden möchte. Wie habe ich mir eine anonyme Bestattung vorzustellen? Gibt es eine Möglichkeit, den Ort der Grabstelle zu erfahren?

Niklas W. aus Hannover, per Email

Lieber Niklas,

diese Frage ist sehr wichtig und beschäftigt viele Angehörige, wenn Verstorbene anonym beigesetzt werden. Bei einer anonymen Bestattung wird auf die namentliche Kenntlichmachung der Grabstelle verzichtet. Die Beisetzung wird außerhalb der Öffnungszeiten des Friedhofes und unter keinen Umständen öffentlich durchgeführt. Es werden mehrere Urnen gleichzeitig beigesetzt, eine Beisetzung für eine einzelne Urne ist nicht die Regel. Normalerweise findet die anonyme Bestattung aber spätestens 4 Wochen nach dem Todestag des Verstorbenen statt.

Viele Angehörige wünschen sich, über das Datum der Beisetzung informiert zu werden. Dies ist bei einer anonymen Bestattung allerdings nicht möglich. Sobald die Rechnung der Friedhofsverwaltung im Briefkasten hat, ist davon auszugehen, dass bereits beigesetzt wurde. Die Angehörigen bekommen keinerlei Auskunft über die Lage des Grabes. Diese ist nur der Friedhofsverwaltung bekannt und wird niemandem mitgeteilt. Viele Trauernde fragen danach, ob es “unter der Hand” möglich ist, zu erfahren, wo genau sich die Urne des geliebten Menschen befindet. Diese Frage muss leider grundsätzlich verneint werden. Deshalb ist es sehr wichtig, sich klar zu machen, dass sich die Entscheidung zu einer anonymen Bestattung nicht rückgängig machen lässt. Eine spätere Umbettung in ein anderes Grab ist ebenfalls nicht möglich. Es gibt keinen festen Ort des Gedenkens und der Trauer, was für viele Angehörige ein Problem ist.

Oft entscheiden sich Menschen für eine anonyme Bestattung, da bei dieser Beisetzungssart die Grabpflege entfällt. Sollte dies der Grund sein, aus dem dein Großvater sich für eine anonyme Bestattung entscheiden möchte, gilt zu bedenken: Es gibt auch Alternativen! Bei sogenannten “halbanonymen” Bestattungen beispielsweise ist ebenfalls keine Grabpflege nötig. Es handelt sich hier nicht um eine individuelle Grabstelle, sondern um ein Rasenreihengrab, das mit einer Grabplatte gekennzeichnet ist. Der große Vorteil ist, dass es einen Ort der Erinnerung gibt. Teilweise ist es bei dieser Art der Beisetzung auch möglich, dass Angehörige bei der Bestattung dabei sind.

Übrigens: Auch bei anderen Bestattungsarten (beispielsweise Seebestattung oder Baumbestattung) entfallen die Kosten für die Grabpflege.

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