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Hövelmann
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Stell Dir vor Du wirst 50...

Blog Share DST PH&SU Susanne Hövelmann, "Trauerbegleitung von Anfang an" & Philipp Wapler, Funeria

Ich bin Ü50 und ich höre es immer mehr um mich herum dieses Raunzen, dieses Wispern, dieses laute Stöhnen der Menschen, die 50 werden: „Hilfe, ich werde 50 und wurde kürzlich Senior genannt. Nee! Zum alten Eisen gehöre ich nicht, mit mir nicht! Ab sofort lasse ich mir mein Gesicht liften, gehe mit meinen Kindern abfeiern und benehme mich wie deren Freundin. Ich mach mich 20 Jahre jünger – ach was am Liebsten 30.“

Die Leistungsturnerin ist schon mit 20 Senior, der Profifußballer mit 25! Die Leistungssportler haben als Senioren schon viel erleben dürfen und müssen – Siege und Niederlagen. Sind wir mal ehrlich: So schlimm ist es gar nicht Senior genannt zu werden, oder? Ich mach mich nun mal auf den Weg zu Leuten, die es wissen müssen: die Organisatoren, Aussteller und Besucher des 12. Deutschen Seniorentages in Dortmund.

Selbst gehöre ich zu den Ausstellern bei Funeria Bestattungen zu einem Team mit tollen Menschen, die jünger sind als ich. Offiziell gelte ich hier wohl als Senior des Teams, aber bin ich einer? Wieder ist es da – dieses Wort “Senior”. Eine Seniorin auf dem Seniorentag - einer drei Tage langen Messe! Das Wortgespenst “Senior” schwebt über mir!

Der deutsche Seniorentag steht unter dem Motto “Brücken bauen!“ Ich sehe viele Menschen – alte und junge. Senioren-Brücken bauen, Junge Menschen-Brücken bauen, Brücken bauen… so geht es in meinem Kopf herum. Plötzlich ist er da der Gedankenblitz: Ich hab`s, ich möchte uns Brücken bauen vom negativen 50 und “jemand nennt mich Senior, aber nicht mit mir“ hin zu “50 jawolll!” und “Meine Erfahrung ist super, und ich bin neugierig auf das was kommt! Ich muss keine Ausbildung mehr machen, wie ein 20-jähriger. Ich habe viele Höhen und Tiefen gehabt und stehe trotzdem noch hier. Wow ich lebe.“

Also auf geht`s, beim Deutschen Seniorentag, in die Menschenmassen und an unseren Stand. Ich erlebe nicht: die Senioren sondern die Menschen! In Gesprächen erzählen mir ältere Menschen, wie schön aber auch wie schwer es ist Alt zu sein. Schön ist es natürlich, das nicht mehr vor sich zu haben, was ein heute 20-jähriger noch vor sich hat. Schwer ist es, die körperlichen Kräfte schwinden zu sehen. Schön ist es, nicht mehr arbeiten gehen zu müssen und schwer, sich mit zu wenig Rente doch noch was dazu verdienen zu müssen. Schön ist es, noch beim Seniorentanz mitmachen zu können und schwer zuschauen zu müssen, weil man körperlich nicht mehr so fit ist wie die anderen. Heißt dies, dass Senior sein schön und schwer ist?

Mir kommt eine Frage, die ich mir so noch nicht gestellt habe: Was bedeutet eigentlich das Wort Senior? Ich zücke mein Smartphone und schaue mal beim Duden nach, Bedeutungsübersicht: der Senior (laut Duden online)

  1. (oft scherzhaft) Vater (im Verhältnis zum Sohn)
  2. (Kaufmannssprache) älterer Teilhaber, Geschäftspartner
  3. (Sport) Sportler im Alter von mehr als 18 oder (je nach Sportart) 20, 21 oder 23 Jahren
  4. älterer Mensch, Mensch im Rentenalter, Ruheständler
  5. Ältester in einem Kreis, Kollegium o. Ä.
  6. (Verbindungswesen) erster Chargierter eines studentischen Korps“

Das bedeutet also das Wort Senior an sich – nicht mehr und nicht weniger. Na das ist ja witzig!

Mein junger Kollege wird also ruckzuck zum Team-Senior, sobald ich den Stand verlasse! Wenn ich dann zum Seniorentanz gehe, werde ich zum Junior, weil ich zu den Jüngeren gehöre. Ich entschließe mich dazu, zu meinen Ü50 zu stehen! Ich bin nämlich 52! Nun ist es raus und ich feiere mein Leben:

  1. als Juniorin im Verhältnis zu meiner Mutter
  2. als Seniorin im Kreis von vielen jüngeren Freunden und Geschäftspartnern
  3. als Juniorin beim Seniorentanz auf dem deutschen Seniorentag
  4. als Seniorin bei meinen Neffen und Nichten usw.

Also, ich will Dir sagen, was ich herausgefunden habe, bei meinem Besuch auf dem 12. Deutschen Seniorentag: Ich feiere mein Leben und singe mit Begeisterung das Lied von Reinhard Mey “50! Was, jetzt schon?” Wo es heißt:

„doch ob man alt ist oder nicht, steht nicht auf Hintern und Gesicht und deren Falten mit den Jahren. Mancher ist schon als Kind senil, und junge Greise kenn' ich viel, die längst schon mit Hut Auto fahren! 50? Ja, wohl schon – Und immer noch Opposition!

Da ist so was wie Dankbarkeit! Mit einem Lächeln seh' ich weit im Zeitraffer über mein Leben: Das ist o.k. so, ja, ich denk' die gute Fee hat ein Geschenk an meiner Wiege abgegeben! 50? Ja, wohl schon – Na, herzliche Gratulation”

Ihre Susanne Hövelmann

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